
Stillstand zwischen Microsoft und Crytek hält Ryse auf Eis
Der Hauptgrund für diese vollständige Lähmung liegt in einem Ego- und Handelsrechtsstreit, wie er im Unternehmensumfeld durchaus typisch ist. Die Crytek weigerte sich standhaft, die geistigen Eigentumsrechte von Ryse: Son of Rome an die Microsoft zu verkaufen. Andererseits hat der Eigentümer der Xbox One keinerlei Interesse daran, Finanzmittel zur Unterstützung einer Marke bereitzustellen, die nicht Teil seines eigenen Portfolios ist. Da die deutsche Produktionsfirma ebenfalls nicht bereit ist, an Projekten zu arbeiten, deren Rechte Dritten gehören, bleibt die Franchise in einem unlösbaren Dilemma gefangen, das es unmöglich macht, dass ein neues Kapitel in den Handel kommt. Es ist frustrierend zu sehen, wie eine vielversprechende Franchise stillschweigend beendet wird, nur weil zwei große Konzerne keinen finanziell vernünftigen Konsens finden können.
Zu Beginn der Partnerschaft war die interne Stimmung unglaublich optimistisch.
In einem aufschlussreichen Gespräch mit dem Portal IGN offenbarten ehemalige Entwickler, die anonym bleiben möchten, bisher unbekannte Einzelheiten zu diesem Stillstand. Als das Kreativteam den Plan vorlegte, das Spiel-Universum über den ursprünglichen Titel hinaus zu erweitern, reagierte die Microsoft-Führung ausgesprochen positiv und bezeichnete die Vorgehensweise als das geschlossenste und am besten strukturierte geistige Eigentum, das sie jemals beurteilt hatten. Doch dieser anfängliche Enthusiasmus verflog schnell, als das Endprodukt schließlich auf den Konsolenmarkt kam.
Das erste Ryse: Son of Rome trug die große Last, einer der wesentlichen Titel beim Start der Xbox One zu sein. Das Problem war, dass die Entwickler, um den strengen Starttermin des Geräts einzuhalten, gezwungen waren, das ursprüngliche Spielkonzept zu verkleinern und eine erhebliche Menge des geplanten Inhalts zu streichen. Diese Eile forderte ihren Tribut: Das Spiel wurde von der Fachkritik skeptisch aufgenommen und verzeichnete nur mäßige Verkaufszahlen im Einzelhandel. Obwohl das Action-Abenteuer im Laufe der Jahre eine engagierte Fangemeinde gewinnen konnte, reichte dieser verspätete Zuspruch der Community bedauerlicherweise nicht aus, um die Produktion einer direkten Fortsetzung voranzutreiben.
Dieses Missverhältnis erklärt, warum die Arbeiten an den Fortsetzungen abrupt eingestellt wurden, ohne dass eine formelle Kündigungsmitteilung von den beteiligten Unternehmen veröffentlich wurde. Das Projekt ist theoretisch nicht abgeschlossen, jedoch deutet die Praxis darauf hin, dass die Produktion in den Büros vollständig eingestellt ist. Anstatt den Fans gegenüber das Scheitern der Verhandlungen einzugestehen, beschlossen die Unternehmen, in Ruhe Gras über die Sache wachsen zu lassen. Angesichts dieses Szenarios sind die Zukunftsaussichten für das Spiel äußerst düster, und den Fans der Saga bleibt nur die Erinnerung an ein Projekt mit enormem Potenzial, das letztlich der Unternehmensbürokratie geopfert wurde.



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